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Baja California - Anklicken zum vergrössern! Zur Walbeobachtung in die Baja California

Wir hatten schon viel gehört von einer der letzten Wildnisse unserer Erde, dem Zipfel, der im Westen an Mexico hängt. Die Baja ist aber nicht nur einer der besten Plätze zur Walbeobachtung im Januar und Februar, sondern hat auch grandiose Landschaften, einsame Strände und eine faszinierende Wüste. Davon wollten sich die Mitglieder vom Verein „Freundeskreis Naturreisen e.V.“ in Altusried/Allgäu lieber selbst überzeugen. So startete unsere erste Tour in die Baja und wir wurden nicht enttäuscht. Seitdem reisen die Naturfreunde Anfang jeden Jahres immer wieder in die Baja California:

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Nach einem Zwischenstop in Los Angeles fliegen wir weiter nach La Paz in den südlichen Teil der Baja, wo uns ein angenehm warmes Klima erwartet. Nach unserer ersten Besprechung in einem einfachen, aber guten Fischrestaurant direkt am Meer, finden wir kaum 20 Kilometer von La Paz entfernt die schönsten, fast menschenleeren Strände zum Baden und Entspannen Von hier startet unsere Tour zu den größten Robbenkolonien Nordamerikas auf einem gemütlichen alten Fischerboot an der mit Kakteen bewachsenen rauen Küste der Insel Esperito Santo entlang.

Nach ca drei Stunden erreichen wir unser Ziel. Das kristallklare Wasser mit mehreren Metern tiefer Sicht lädt zum Schnorcheln und Schwimmen ein. Mit dem Beiboot fahren wir zwischen den Felsen entlang, auf dem sich Hunderte von Robben und bunte, tellergroße Krebse sonnen. Oft springen die Robben dann ins Wasser und schwimmen mit uns um die Wette.

Auf dem Rückweg machen wir noch einen Stop in einer kleinen Lagune mit kristallklarem grünen Wasser zum Schwimmen und Sonnen. Hier haben wir auch schon häufig Delphine beobachtet.

Als Kontrast erwarten uns meterhohe Wellen bei Todos Santos, südlich von La Paz, weil hier der Pazifikstrand ungeschützt der Brandung ausgesetzt ist. Dann geht es endlich zur ersten Walbeobachtung. Nach einer Fahrt auf einer ganz guten Straße erreichen wir San Carlos, wo wir in zwei kleinen Motorbooten mit je fünf oder sechs Personen, denn größer sind unsere Gruppen nie, hinaus in die Laguna Magdalena fahren.

Nach einer halben Stunde Fahrt sehen wir auch schon die ersten Blasfontänen. Unser Bootsfahrer drosselt die Geschwindigkeit und läßt den Motor nur leise im Leerlauf vor sich hintuckern. Schon nach ein paar Minuten tauchen die großen schwarzen Körper der Wale neben unserem Boot auf. Erst nur als große Schatten, dann kommen sie mit dem Rücken aus dem Wasser und zeigen uns schließlich beim Abtauchen auch ihre riesige Schwanzflosse. Die Stunden vergehen wie im Flug und etwas wehmütig nehmen wir Abschied von den großen Kolossen. Da ist ja schon einer...

Hier in der Baja leben wir hauptsächlich von Fisch. Mal ist es ein ganzer Heilbutt auf dem Lagerfeuer, dann ein Baracuda oder alle Arten von Fisch mit unübersetzbaren Namen. Leckere Scampi mit Knoblauch brutzeln für nur 10 $ das Kilo in der Pfanne. Das Leben ist hier nicht teuer, wenn man sich mit einheimischen Produkten begnügt. Wir fahren über das riesige Gebirge „Sierra de la Giganta“ und kommen wieder zur Sea of Cortes und erreichen nach einiger Zeit die Bahia Concepcion, die zum Besten gehört, was die Baja zu bieten hat. Kristallklares Wasser und einsame Sandstrände, die flach weit ins Wasser hineinreichen. Genau die richtige Umgebung zum Relaxen und Schwimmen.

Wir machen Halt in San Ignacio, wo die Staubstraße zur Bahia San Ignacio abzweigt und unsere zweite Waltour ansteht. Aber lassen wir doch eine Teilnehmerin auszugsweise mit Ihrem Reisebericht zu Worte kommen:

"Wir fahren 60 Km lang über üble Buckel- und Schlaglochpisten bis an den Pazifik zur Lagune von San Ignacio, in der es angeblich von Walen nur so wimmeln soll. Es sollen Tausende sein und ich halte das doch für reichlich übertrieben. Ich kann mir nicht einmal hundert Wale auf einmal vorstellen, geschweige denn Tausende. Aber es stimmt verblüffenderweise wirklich, wie wir bald mit eigenen Augen sehen konnten..

Kurz vor neun fahren wir zu ein paar Fischerhäuschen, von wo wir mit dem Fischer Romualdo in einem kleinen Boot und in Regenkleidung bei herrlichem Sonnenschein aufs Meer hinausfahren. Und schon nach wenigen Minuten ziehen Wale dicht an uns vorbei, pusten ihre nassen, weißen Fontänen in den Himmel und tauchen wieder weg. Andere tauchen auf, zeigen uns beim Abtauchen ihre wunderschönen Schwanzflossen und wir fotografieren wie die Weltmeister. Dann werden es immer mehr Wale. Wo wir auch hinsehen, überall sehen wir nun Blasfontänen, Schwanzflossen, breite Walrücken und manchmal auch einen Kopf. Sie kommen neugierig ganz dicht an Boot heran...

Und auf einmal zeigt Romualdo ganz aufgeregt aufs Wasser, um uns klarzumachen, dass so ein Riesentier unter unserem Boot sei und gleich auftauchen werde. Und dann nahm ich im Wasser schwach etwas dunkles mit hellen Flecken wahr, das rasch näher und näher kam und größer und größer wurde und auf einmal tauchte der Riesenkopf des Grauwals direkt vor mir aus dem Wasser auf und zwar nur wenige Zentimeter von meinem Gesicht entfernt. Ich strecke meine Hand aus und streichle diesen ersten Wal meines Lebens, der mit seinem riesigen Maul zu grinsen schien.

Mein Gott - konnte das wahr sein oder träumte ich? Aber der gummiartige Kopf mit den vielen Seepocken darauf war Wirklichkeit, und ehe ich so richtig begreifen konnte, welcher Glücksfall mir widerfuhr, tauchte der Wal weg."

An diesem Abend gehen wir zum Essen aus. Von uns leistet sich jeder drei halbe, riesige Langostinos, fantastisch zubereitet für knappe 10 DM und der Wirt baut zwischendurch noch einen Stecker zum Aufladen der Videokamera. Man darf die Konstruktion nicht anschauen, aber sie funktioniert.

Am nächsten Tag fahren wir in die Berge. Drei Stunden auf schmalen Schotterstraßen auf und ab, hinein in eine fantastische Bergwelt mit steilen Canyon und unglaublichen Fernsichten. Unterwegs weidet mal eine Ziegenherde in der Nähe der Straße, dann laufen ein paar Schweine über den Weg und mit zunehmender Höhe wechselt auch die Vegetation. Neue Kakteenarten erscheinen und bekannte verschwinden. Dann tauchen zehn Häuser auf - San Francisco de la Sierra. Eins ist der Kaufmannsladen, wo es fast alles lebensnotwendige gibt. Cola, amerikanisches Weißbrot, Snickers und Mars, ein paar Lutscher und Kaugummi.

Dann erscheint Balthasar, der Inhaber des Ladens, begrüßt uns und besorgt den Guide, der uns zu den Felsmalereien führt, nur 2-3 Kilometer vom Ort entfernt. Der Zutritt ist ohne Guide verboten. Die prähistorischen Zeichnungen befinden sich an einem 50 Meter langen Felsüberhang. Es gibt noch größere Zeichnungen, aber dazu ist eine Maultierwanderung in den Canyon von 3-4 Tagen erforderlich und dazu reicht unsere Zeit leider nicht.

Auf der Rückfahrt fängt es leicht an zu regnen und der Weg wird zu einer Schlamm-Rutschbahn. Aber alles geht gut und weiter unten im Tal, wo die Wüste anfängt, hört der Regen wieder auf. Wir wandern in der Halbwüste durch Kakteenwälder. Hier gibt es kleine dicke Barrel-Kakteen bis hin zu riesigen Cardon-Kakteen, die eine Höhe von 20 Metern und ein Alter von über 200 Jahren erreichen.

Kurz vor Guerrero Negro besuchen wir den Parque Natural de la Ballena Gris, der zum Schutz der Grauwale eingerichtet wurde. Hier sind die Bestimmungen strenger und man darf nur etwa eine Stunde in die Bucht hinausfahren. Auch die Anzahl der Boote und der Fahrten sind hier beschränkt. Trotzdem erleben wir eine wunderbare Stunde in der Lagune und wieder können wir tolle Fotos schießen und einen der Wale sogar streicheln.

An der Abzweigung zur Bahia de Los Angeles soll es eine Tankstelle geben. Und es gibt sie auch: Eine riesige Tankstelle, aber ohne Zapfsäulen! Als wir noch erstaunt davor stehen, fragen uns zwei junge Männer, ob wir 20 oder 40 Liter tanken wollen. Ich sage 40 Liter würden wohl schon in den Tank gehen Kurze Zeit später kommen sie mit zwei Benzinkanistern mit je 20 Liter aus dem Gebäude.

Der Kanister kommt hoch auf die Schulter, ein Schlauch hinein und dann wird das Benzin kurz angesaugt, wozu sogar grinsend die brennende Zigarette aus dem Mund genommen wird. So läuft der Sprit in unseren Tank. Ob der Kanister wirklich mit 20 Liter gefüllt war bleibt fraglich. Aber es gibt im Umkreis von 80 Km keine andere Möglichkeit. Dann noch der Hinweis, daß die Straße nach Bahia de Los Angeles katastrophal ist und wir sie lieber nicht fahren sollen und weiter geht es - nach Bahia de Los Angeles!

Nach mehrstündiger Fahrt und 67 Km auf einer Straße die mehr Schlaglöcher hat, als heile Stellen, durch Wüstengebiete und Gebirge, öffnet sich vor uns plötzlich ein weiter Blick über die Bahia de Los Angeles. Unglaublich hellblaues Wasser mit vorgelagerten bräunlichen Felseninseln zwingen uns zum Anhalten. Es ist wirklich einer der Anblicke, bei denen es uns für einen Moment die Sprache verschlägt.

Wir besuchen Werner, einen Deutschen, der hier schon seit vielen Jahrzehnten lebt und sich über deutschen Besuch und eine deutsche Zeitung freut. Wir fragen nach Thomas, denn Werner kann hier keiner aussprechen. Er und seine junge mexikanische Frau begrüßen uns erfreut vor ihrem Häuschen. Nach etwas Palaver auf der Terrasse bei einem Bier machen wir mit Werner für den nächsten Morgen eine Fahrt in die Bucht aus.

Es ist etwas stürmisch, deshalb bekommen wir auch keine Wale zu sehen, aber Hunderte von Pelikanen, einige Blaufußtölpel und Kormorane. Wir sind fast froh, als wir wieder Land erreichen, denn wir sind ganz schön durchgeschüttelt und wer weiß, wie lange wir es noch ausgehalten hätten, ohne unser Frühstück ins Meer zu spucken.

Nach der Rückfahrt über die gleiche schlechte Straße kommen wir wieder ins Binnenland der Baja und zum Catavina Boulderfield. „Als wenn Riesen Murmeln gespielt hätten“, meinte einer unserer Mitreisenden. Und tatsächlich, riesige Felsbrocken liegen kreuz und quer im Gelände. Mal einzeln, mal zu riesigen Haufen aufgetürmt und dazwischen 30 m hohe Kakteen. Eine rätselhafte Landschaft durch die wir eine Wanderung unternehmen. Allerdings mit Vorsicht, denn hier kann man sich leicht verlaufen und es gibt achtzehn verschiedene Sorten Klapperschlangen, hochgiftige Korallenschlangen, gefährliche Hundertfüßler, Giftspinnen und Skorpione.

In Ensenada ist unser letzter größerer Stop zum Bummeln, Einkaufen und natürlich auch zum Besuch des großen Fischmarktes. Hier gibt es nun wirklich alles, was mal im Wasser schwamm. Scampis in allen Größen, riesigen Heilbutt, dicke Thunfische, Krebse, Hummer, schlanke Baracudas und unzählige andere, uns unbekannte Fische.

In Ensenada kann man sich günstige Lederwaren und T-Shirts kaufen, sowie das komplette übliche Touristenangebot. Damit endet dann endgültig ein einmaliges Naturerlebnis und es geht über Tijuana und San Diego nach Los Angeles und von dort zurück nach Deutschland.


Wer einmal auf so einer Tour mitfahren möchte oder sich für die Arbeit des Vereins interessiert, wenn Sie Fragen haben oder irgendwelche Infos über die Länder, die wir bereisen, von uns benötigen, dann schreiben Sie uns einfach eine email. Wir beraten Sie auch gerne bei Ihren persönlichen Reisevorbereitungen in diese Länder. email: info@naturreisen.de

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